Besprechen Sie Ihre Schmerzen mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt. Grundlage
für jede Schmerztherapie ist eine gute Schmerzerfassung. Unser Fragebogen hilft, Ihre
Schmerzen differenziert wahrzunehmen und sie zu beschreiben. Der Arzt wird dann
aufgrund dieser Angaben (wie, wie stark, wo, wann, Schmerzschwankungen) die
Therapie Ihrer persönlichen Situation anpassen.
Die Richtlinien zur Schmerzbehandlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
| 1. |
Bis eine befriedigende Schmerzlinderung erreicht ist, sollten die Medikamente über den
normalen Weg der Nahrungsaufnahme (oral) verabreicht werden. |
| 2. |
Die Schmerzmedikamente sollten regelmässig verabreicht werden, das heisst bevor die
Schmerzen wieder auftreten oder unerträglich stark werden. |
| 3. |
Die Verabreichung folgt einem dreistufigen Therapieschema, welches die Medikamente
gemäss ihrer Wirkung in unterschiedliche Substanzklassen einteilt. |
Die Verabreichungsformen
Schmerzmittel können auf verschiedenen Wegen und in unterschiedlichen Formen eingenommen werden:
| Verabreichungswege |
Verabreichungsformen |
oral |
über den Mund |
Tabletten und Suspensionen |
transdermal |
über die Haut |
Pflaster |
rektal |
über den Enddarm |
Zäpfchen |
subkutan |
unter die Haut |
Infusion oder Pumpe (Dauerdosierung über Katheter)
Spritze |
peridural |
in den Rückenmarksraum |
Infusion oder Pumpe (Dauerdosierung über Katheter) |
intravenös |
in eine Vene |
Infusion oder Pumpe (Dauerdosierung über Katheter)
Spritze |
Die richtige Medikation
ist das A und O der erfolgreichen Behandlung von chronischen Schmerzen!
Um Ihre Schmerzen wirksam zu behandeln und ein Wiederauftreten wenn immer möglich zu verhindern, ist es wichtig, dass Sie folgende Punkte beachten:
Einnahme in der verschriebenen KOMBINATION und DOSIERUNG
Einnahme RECHTZEITIG, das heisst bevor die Schmerzen wieder auftreten
(Schmerzprophylaxe)
Einnahme REGELMÄSSIG, das heisst nach dem vereinbarten Zeitplan
Als Hilfsmittel kann Ihnen unser Schmerztagebuch dienen. Diskutieren Sie so oft wie möglich mit dem Pflegepersonal, der Ärztin, oder dem Apotheker das WIE, WO und WANN Ihrer Schmerzen. Neben dem Schmerztagebuch hilft Ihnen auch unser Fragebogen die Schmerzen differenziert wahrzunehmen und zu beschreiben.
Das dreistufige Therapieschema gegen chronische Schmerzen
Analgetikum
ist der pharmazeutische Fachausdruck für Schmerzmedikament. Alle im vorhergehenden
Schema erwähnten Medikamente gehören in die Gruppe der Analgetika (Mehrzahl von
Analgetikum). Schmerzmedikamente (Analgetika) werden bei Bedarf zusätzlich zur
eigentlichen Tumortherapie verabreicht, um Schmerzen zu beseitigen oder zu lindern.
Mit Analgetika kann das Symptom "Schmerz", nicht aber die Ursache der
Schmerzen behandelt werden.
Häufig verschriebene Analgetika in der Therapie von chronischen Schmerzen
Morphium, Morphin, Opiate oder Opioide?
Morphium ist eines der wirkungsvollsten und meistverwendeten Schmerzmittel. Morphium
und ähnliche Substanzen, die aus Opium, dem Milchsaft der Schlafmohnkapsel gewonnen
werden, heissen Opiate. Opioide ist der Sammelbegriff für alle Medikamente, die eine
gleiche oder ähnliche Wirkung wie Opiate haben. Viele dieser Substanzen werden heute
synthetisch hergestellt und unterdrücken Schmerzen, indem sie an die sog. Opioid-
Rezeptoren binden.
Angst vor Opiaten und Morphium?
Opiate wie z.B. Morphium sind einerseits als ausgezeichnete Schmerzmittel bekannt,
anderseits als Rauschmittel oder Rauschgifte gefürchtet.
Diese unheilige Allianz verunsichert viele Menschen, weil Opiate eben auch missbräuchlich
verwendet werden. Um dieses Risiko zu senken, werden Opiate und Opioide nur unter
strenger Kontrolle (Rezeptpflicht) abgegeben.
Im Unterschied zu Süchtigen, die Morphium spritzen, damit es rasch "einfährt", werden
Schmerzmedikamente als Tabletten, Pflaster oder Zäpfchen verabreicht, so dass der
Wirkstoff nur langsam freigesetzt wird. Diese Art der Einnahme eignet sich nicht, um
einen Rausch zu erzeugen und führt nicht zu einer psychischen Abhängigkeit.
Nebenwirkungen von Schmerzmedikamenten
Entzündungshemmende Medikamente (Aspirin®, Alkacyl®, Brufen®, Nisulid®, Voltaren®)
verursachen oft Magenprobleme. Eine medikamentöse Tumortherapie kann die Symptome
noch verstärken. Nehmen Sie die Medikamente mit oder nach der Mahlzeit, jedoch nie auf
nüchternen Magen ein. Essen Sie langsam und trinken Sie zwischen den Mahlzeiten viel
Tee. Bei der Einnahme von Opiaten sollte einer Verstopfung systematisch vorgebeugt werden.
Achten Sie auf ballaststoffreiche Ernährung und trinken Sie ausreichend Tee zwischen
den Mahlzeiten. Auch Bewegung hilft gegen Verstopfung.
Gewisse Opiate können anfänglich Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit verursachen.
Dagegen wird Ihnen der Arzt ebenfalls ein Medikament verschreiben. Die Symptome
klingen nach 3 - 5 Tagen ab.
Beim Auftreten von Beschwerden und vermuteten Nebenwirkungen fragen Sie die
Pflegenden, die behandelnde Ärztin oder den Apotheker um Rat.
Mehr Informationen zu Nebenwirkungen von Schmerzmedikamenten
Häufigste Nebenwirkungen, und was Sie dagegen tun können
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